Neue Trinkwasserverordnung stärkt die Qualität

Neue Trinkwasserverordnung stärkt die Qualität

Schon in den ersten Wochen seit Inkrafttreten der neuen Trinkwasserverordnung am 01. November sorgen die Veränderungen für viele Fragen bei den Verbrauchern. Klar ist: Das Wasser aus dem Hahn ist in Deutschland ein Qualitätsprodukt, das auch von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) als Durstlöscher empfohlen wird. Insgesamt stärken die Änderungen der Trinkwasserverordnung die hohen Qualitätsstandards. Das Forum Trinkwasser e.V. beleuchtet die wichtigsten Änderungen.

Legionellen-Überprüfung: Das Wasser aus Warmwasseraufbereitungsanlagen in Mehrfamilienhäusern mit mehr als 400 Litern Fassungsvermögen oder Warmwasserleitungen mit mehr als 3 Litern Inhalt zwischen dem Trinkwassererwärmer und der Entnahmestelle, müssen ab den 1. November 2011 einmal jährlich auf Legionellen untersucht werden. Diese Regelung ist ausnahmslos verpflichtend. Wer die Kosten für die Untersuchung trägt, sorgt jedoch derzeit für Diskussion. Die Eigentümer-Schutzgemeinschaft Haus & Grund geht von einer Umlegung der Kosten auf die Mieter aus. Der Mieterschutzbund hingegen davon, dass es sich dabei nicht um umlagefähige Nebenkosten nach der Betriebskostenverordnung handelt. Endgültig entscheiden, so sind sich beide Institutionen einig, muss dies der Bundesgerichtshof.

Uran-Grenzwert: Als erstes und einziges Land der EU hat Deutschland einen Grenzwert für das Schwermetall Uran im Trinkwasser eingeführt. Dieser legt eine Obergrenze von 10 Mikrogramm pro Liter Trinkwasser fest: „Damit besitzt Deutschland den weltweit niedrigsten Grenzwert für Uran im Trinkwasser“, erklärt Dr. Hermann Dieter, Leiter des Fachgebietes Toxikologie des Trinkwassers und des Badebeckenwassers im Umweltbundesamt. Doch ist dieser Grenzwert wirklich niedrig genug? Dr. Dieter lässt daran keinen Zweifel: „Der Wert beruht vor allem auf zuverlässigen Studien am Menschen. Mit 10 Mikrogramm Uran pro Liter Wasser beträgt er nur ein Drittel des neuesten WHO-Wertes. Damit schützt er unseres Erachtens nicht nur hoch empfindliche Personen, sondern lässt auch genug Raum für die Aufnahme von Uran aus anderen Quellen.“  
Das natürliche Uran im Trinkwasser stammt aus Uran-führenden Gesteinsschichten, aus deren Grundwasser das Trinkwasser gewonnen wurde. Allerdings sind davon nur wenige Haushalte betroffen, etwa 0,6 Prozent. In den meisten Haushalten lag der Wert von Uran schon vor Einführung des Grenzwertes unter 10 Mikrogramm pro Liter Wasser

Installationsbauteile: Ab sofort dürfen nur geprüfte Leitungen und Armaturen eingesetzt werden. Ein solcher Nachweis geht beispielsweise aus den Zertifizierungszeichen des DVGW, Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches e.V., hervor. Wer nicht geprüfte Installationsbauteile neu einbaut, begeht ab jetzt eine Ordnungswidrigkeit. Der Hintergrund für die Neuregelung: Aus fehlerhaft ausgewählten Installationsmaterialien können sich Chemikalien lösen und ins Trinkwasser gelangen. Das kann die Qualität beeinträchtigen. Hinzu kommt zudem ein besserer Schutz vor Verunreinigung mit Wasser, das keine Trinkwasserqualität hat, wie Regenwasser oder Wasser aus der Heizungsanlage. Betreiber müssen durch Einbau einer so genannten „Sicherungseinrichtung“ nun dafür sorgen, dass kein Wasser minderer Qualität durch Rückfließen in das Trinkwassernetz gelangen kann.

Bleirohre: Derzeit schreibt die Trinkwasserverordnung als zulässigen Höchstwert für Blei 0,025 Milligramm pro Liter Wasser vor. Nach Ende einer mehrjährigen Übergangsfrist wird der Grenzwert zum 1. Dezember 2013 auf 0,010 Milligramm pro Liter gesenkt.
In Häusern, die nach 1973 errichtet wurden, finden sich keine Bleirohre. Seit dieser Zeit wird Blei in ganz Deutschland nicht mehr für Wasserleitungen verwendet. Aber auch längst nicht alle vor 1973 gebauten Häuser sind betroffen. Häufig wurden auch schon früher Leitungen aus anderen Materialien, beispielsweise Kupfer oder verzinkter Stahl, verwendet. Praktisch frei von Bleirohren ist der gesamte süddeutsche Raum, weil dort schon über hundert Jahre keine Bleirohre mehr verlegt wurden.

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