Was ist Kalk im Trinkwasser?

Als Kalk bezeichnet man Calcium- und Magnesiumverbindungen, die im Wasser gelöst sind. Sie machen die Härte des Wassers aus.
Je mehr Calcium und Magnesium das Wasser enthält, desto härter ist es. Die Wasserhärte ist bei Trinkwasser, das aus Grund- bzw. Quellwasser gewonnen wird, stark von der Zusammensetzung des jeweiligen Bodens abhängig. In Gebieten, in denen das Grundwasser mit Kalkstein (z. B. Kreide, Marmor, Dolomit) in Kontakt tritt, ist die Wasserhärte hoch. Oberflächenwasser hingegen ist eher weich.
Wie wird "Kalk" vom Körper genutzt?
Calcium und Magnesium sind für den Menschen lebenswichtig. Calcium ist beispielsweise Bausubstanz in Knochen und Zähnen oder wird für die Reizübertragung im Nervensystem gebraucht. Magnesium spielt eine wichtige Rolle bei der Muskelanspannung. Im Trinkwasser liegen Calcium und Magnesium in gelöster Form vor. Sie können daraus gut aufgenommen werden. Moderne Untersuchungsmethoden zeigen, dass der Körper Calcium aus Wasser ebenso gut nutzen kann wie aus Milch. Allerdings enthalten Wässer sehr viel weniger Calcium als Milch und Milchprodukte.
Calcium- und Magnesiumgehalt in Getränken und Lebensmitteln
Ohne Käse, Milch und Milchprodukte ist es fast unmöglich, ausreichend Calcium aufzunehmen. Denn sie liefern besonders viel von diesem Mineralstoff. Mit einer Scheibe Emmentaler (50 Gramm) kann ein Erwachsener seinen täglichen Calciumbedarf zur Hälfte decken. Dagegen enthalten Trinkwasser und Mineralwässer vergleichsweise wenig Calcium. 5 Liter Mineralwasser mit durchschnittlichem Calciumgehalt oder 13 Liter Trinkwasser müsste ein Erwachsener trinken, um die empfohlene Tagesmenge an Calcium über Wasser aufzunehmen.
Feste Nahrungsmittel sind auch die wichtigsten Quellen für den Mineralstoff Magnesium. Vor allem pflanzliche Lebensmittel, allen voran Vollkornprodukte, Nüsse, Bananen und Gemüse, enthalten ihn reichlich. 3 1/2 Scheiben Vollkornbrot decken den täglichen Magnesiumbedarf eines Erwachsenen etwa zur Hälfte. Um diese Menge mit Wasser aufzunehmen, müsste man mindestens 3 Liter Mineralwasser mit durchschnittlichem Magnesiumgehalt oder 12 1/2 Liter Trinkwasser trinken.
Hartes oder weiches Wasser - Einfluss auf den Geschmack
Wird das Wasser kalt getrunken, so schneiden bei professionellen Verkostungen in Blindtests "härtere" Wässer oft besser ab als "weiche". Bei heißen Getränken ist es umgekehrt: Heißer Kaffee und Tee entfalten ihr volles Aroma besser, wenn sie mit weichem Wasser zubereitet werden. Wer hartes Wasser hat, kann einen Wasserfilter nutzen.


