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Durstige Kinder können sich schlechter konzentrieren (2002)

Durstige Kinder können sich schlechter konzentrieren (2002)

Eine Auswertung wissenschaftlicher Studien zeigte: Eine unzureichende Flüssigkeitszufuhr führt dazu, dass Kinder und Jugendliche sich schlechter konzentrieren können.

Vorgehensweise
Das Forum Trinkwasser e.V. gab eine Auswertung wissenschaftlicher Studien in Auftrag, um den Zusammenhang zwischen Trinken und Leistungsfähigkeit bei Kindern in Schule und Freizeit zu klären. Professor Dr. Helmut Heseker, Ernährungswissenschaftler und Leiter der Fachgruppe "Ernährung und Gesundheit" an der Universität Paderborn, und Professor Dr. Michael Weiß vom Sportmedizinischen Institut der Universität Paderborn werteten zahlreiche Studien und Daten zum Thema Trinken und Leistungsfähigkeit bei Kindern (6 bis unter 15 Jahre) und Jugendlichen (15 bis unter 19 Jahre) aus.

Ergebnisse
Durstige Kinder und Jugendliche können sich schlechter konzentrieren
Eine unzureichende Flüssigkeitszufuhr führt nachweislich dazu, dass Kinder und Jugendliche sich schlechter konzentrieren können und ihre Aufmerksamkeit sowie ihre Leistungsfähigkeit zum Beispiel im Schulunterricht nachlassen. Warum zu wenig getrunken wird, hat oftmals damit zu tun, dass das Durstempfinden bei Kindern zu schwach ausgebildet ist. Vielfach stecken aber auch Hinweise von Erwachsenen dahinter, nicht zu viel zu trinken. Die längst von der Wissenschaft widerlegte Vorstellung, dass zuviel Trinken ungesund sei, ist immer noch verbreitet und sogar in einigen Schulbüchern anzutreffen.

Kinder überhören leicht das Durst-Signal
Das Durstempfinden ist bei Kindern oft zu schwach ausgeprägt. Gerade wenn sie viel toben, klettern und rennen, ist Durst für Kinder kein ausreichend starkes Signal, um etwas zu trinken. Das gilt besonders für heiße Sommertage. Auch beim konzentrierten Spielen kann das Durstgefühl schon einmal unterdrückt werden.

Kinder haben einen höheren Wasserbedarf als Erwachsene
Im Vergleich zum Körpergewicht ist die Körperoberfläche bei Kindern größer, und der Wasseranteil an der Gesamtkörpermasse sowie der Wasserstoffwechsel sind deutlich höher. Umso wichtiger ist daher ein rascher Ausgleich von Flüssigkeitsverlusten.

Ein Drittel aller Schüler frühstückt und trinkt morgens nichts
Es wird geschätzt, dass bis zu 30 Prozent aller Schüler und Schülerinnen ohne Frühstück und in vielen Fällen auch ohne etwas zu trinken in die Schule starten. Ein Wasserdefizit kann sich schnell ergeben, wenn auch während der Unterrichtspausen nichts und abends zu wenig getrunken wird. Wird zum Beispiel ab 20 Uhr und am folgenden Tag bis zum Schulende um etwa 14 Uhr nichts getrunken, können durch die normale Flüssigkeitsabgabe des Körpers schon Verluste von bis zu zwei Prozent eintreten. Dies führt bereits zu einer Verminderung der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit. Erschöpfungszustände – das zeigen Untersuchungen – können durch rechtzeitiges Trinken verhindert werden.

Empfehlung des Forum Trinkwasser e.V.:

  • Kinder im Alter von 6 bis 13 Jahren sollten etwa einem Liter Flüssigkeit pro Tag trinken, ab 13 bis 19 Jahren werden etwa 1,5 Liter empfohlen.
  • Schon kleinen Kindern zu den Mahlzeiten ein geeignetes Getränk wie Trinkwasser, Mineralwasser, Saftschorle, Früchte- oder Kräutertee anbieten.
  • Zum Schulfrühstück sollte es immer auch etwas zu trinken geben.
  • Durch Anstrengung und Hitze kann sich der tägliche Wasserbedarf auf das Drei- bis Vierfache erhöhen. Deshalb: Kinder stets zum Trinken anregen – besonders wenn sie viel toben oder Sport treiben sowie an heißen Tagen.
  • Für Kinder jederzeit geeignete Durstlöscher bereitstellen.
  • Während der Autofahrt in die Sommerferien und bei Reisen in heiße Klimazonen bewusst darauf achten, dass Kinder viel trinken und sie immer wieder dazu ermuntern.

Downloads

Studie (Langfassung)(.pdf)

Studie (Kurzfassung)(.pdf)

Portrait Prof. Dr. Heseker(.pdf)

Portrait Prof. Dr. Weiß(.pdf)