„Ich trinke Leitungswasser – für mich und meine Umwelt“

„Ich trinke Leitungswasser – für mich und meine Umwelt“

Trinkwasser aus der Leitung – die Mehrheit der Bundesbürger trinkt es, manche aber nicht. Das Forum Trinkwasser wollte wissen, warum es einige als Getränk ablehnen und führte eine repräsentative Umfrage durch.

Frankfurt am Main, 09. Januar 2017 – Mehr als Dreiviertel der Bundesbürger trinkt Trinkwasser aus der Leitung, Tendenz steigend (GfK 2016). Die Hauptargumente für Trinkwasser: Es ist lecker, sicher, praktisch und preiswert sowie umweltschonend (TNS Emnid Umfrage im Auftrag des Forum Trinkwasser, Oktober 2016). Denn Trinkwasser wird aus natürlichen Wasservorkommen der näheren Umgebung gewonnen und benötigt weder Verpackung, noch Transport per LKW oder Abholung im Supermarkt. Auf seinem Weg durch den Boden nimmt es unterschiedliche Mineralstoffe auf und wird dadurch zu einem regional-spezifischen Produkt. Trinkwasser ist fast immer und überall verfügbar und nur einen Dreh am Hahn entfernt, was es im Alltag wertvoll macht. Das sind gute Gründe für den Konsum von Leitungswasser, die von vielen wahrgenommen werden. Tatsächlich trinken bereits 11 Prozent der Bevölkerung mehr als zehn Liter Trinkwasser pro Woche (GfK 2016).

Trinkwasser als Lebensstil?

Parallel wurden diejenigen, die kein Trinkwasser trinken, nach ihren Gründen befragt. 70 Prozent geben an: „Weil ich mir andere Getränke leisten kann und diese bevorzuge“. Das heißt, es scheint als habe Trinkwasser ein Image-Problem. Knapp der Hälfte der „Nicht-Trinker“ schmeckt es nicht. Außerdem geben 36 Prozent an, dass sie Trinkwasser nicht als Getränk wahrnehmen, weil sie schlicht nicht daran denken.

Die Hintergründe dessen untersucht aktuell Herr Prof. Dr. Herbert Willems vom Institut für Soziologie in Gießen zusammen mit seinen Studenten und hält fest: „Leitungswasser wurde lange Zeit als „Arme-Leute-Getränk“ wahrgenommen, was an seiner ständigen Verfügbarkeit und seinem niedrigen Preis liegt. Im Vergleich zu anderen Regionen der Welt ist die Trinkwassersituation in Deutschland ein großes Privileg. Absurderweise ist es genau diese ständige Verfügbarkeit, die uns Trinkwasser aus der Leitung als selbstverständlich erscheinen lässt und nicht als das wertvolle Lebensmittel, das es ist.“. Langsam zeichne sich jedoch ein Wendepunkt ab, denn immer mehr Menschen trinken es. Wie Willems weiter ausführt, liege das auch daran, dass immer mehr Menschen Trinkwasser aus dem Hahn als Lebensgefühl wahrnehmen, als einen Ausdruck des reduzierten und einfachen Lebens. Für alle, die kein Wasser pur mögen, hat Iris Löhlein, Ernährungs-wissenschaftlerin beim Forum Trinkwasser, einen Tipp: „Einfach frische Früchte oder Kräuter ins Glas oder die Karaffe geben – das schmeckt wunderbar und bringt Abwechslung“.


Downloads