Für Gastronomen: Was Sie wissen sollten

Für Gastronomen: Was Sie wissen sollten

Welche Vorteile hat das Angebot von Trinkwasser?
Trinkwasser braucht keinen Lagerraum für Kisten und Leergut, und auf den Transport von Nachschub sowie die Einhaltung von Liefer- und Rückgabefristen können Sie verzichten. Sind Karaffen einmal angeschafft, minimiert sich Ihr Aufwand auf deren Reinigung und ggf. die Anschaffung von Ersatz.

Welcher Preis sollte für Trinkwasser angesetzt werden?
Möglich ist, Trinkwasser kostenfrei anzubieten und die entstehenden Kosten mit Ihren sonstigen Preisen zu verrechnen. Für einen vernünftigen Preis empfiehlt sich als grober Richtwert maximal 40 % bis 60 % Ihres Preises für Mineralwasser. Klären Sie Ihre Gäste darüber auf, welche Kosten Ihnen für diese Dienstleistung entstehen. Bieten Sie Trinkwasser in schönen Karaffen an und garnieren es mit Zitrusfrüchten oder Deko, wird sich sicher kein Gast beschweren, sondern diesen charmanten Service zu schätzen wissen.

Gibt es Tipps für einen besonderen Auftritt?
Die Präsentation ist das A und O. Karaffen und Gläser sollten zum Stil des Restaurants und zueinander passen. Eine dezente Stoffserviette um den Karaffenhals gebunden, in der eine Blume steckt, ist ein Hingucker. Nutzen Sie alles, was Sie auch sonst an Dekoration verwenden – ob Blumen, Anhänger oder Symbole, die Ihr Restaurant repräsentieren. Limettenspalten, ein Zweig Minze oder in Eiswürfel eingefrorene Beeren machen mit wenig Aufwand und Zutaten aus normalem Wasser einen coolen Drink.

 

Wie lange kann Trinkwasser in Karaffen im Kühlschrank gelagert werden?
Das Wasser sollte im Kühlschrank maximal einen Tag gelagert werden. Grundsätzlich empfiehlt es sich, gefüllte Karaffen abzudecken, damit das Wasser keinen Fremdgeschmack oder -geruch annimmt. Alternativ können auch nur die Karaffen vor der Verwendung gekühlt werden. Bei hohen Außentemperaturen geben Sie einfach einige Eiswürfel ins Wasser. Übrigens: Es gibt auch Trinkwasserspender, aus denen Sie jederzeit gekühltes (und auch gesprudeltes) Trinkwasser zapfen können.

Muss eine Filteranlage installiert sein, um Trinkwasser ausschenken zu dürfen?
Trinkwasser, das Sie Ihren Gästen ausschenken, muss den Regeln der Trinkwasserverordnung (TrinkwV) entsprechen. Danach muss das Wasser „rein und genusstauglich“ sein. Bis zum Hausanschluss garantiert dies der Wasserversorger. Eine Filteranlage ist grundsätzlich nicht erforderlich, da der Gesetzgeber davon ausgeht, dass das ausgeschenkte Leitungswasser wie oben beschrieben beschaffen und daher auch ohne Filter genießbar ist.

Ist eine Bestätigung der Wasserqualität notwendig?
Nein, eine gesonderte Bestätigung oder Genehmigung ist nicht erforderlich. Eine Untersuchungspflicht besteht laut § 14 III2 TrinkwV lediglich für Legionellen und auch nur in Duschräumen oder Räumen, wo es zu einer Vernebelung des Trinkwassers kommen kann. Dabei werden einmal jährlich systemische Untersuchungen an mehreren repräsentativen Probenahmestellen vorgenommen. Dies betrifft den Gebäudeeigentümer, das kann der Gastwirt sein, er muss es aber nicht sein. Im Rahmen der regulären stichprobenartigen Kontrollen in gastronomischen Betrieben überprüft das Gesundheitsamt auch, ob die gesetzlichen Vorgaben im Rahmen der TrinkwV eingehalten werden. Wie häufig diese Kontrollen stattfinden, ist vom Bundesland abhängig. Sie können natürlich dennoch vom Gesundheitsamt oder Ihrem Wasserversorger einen Wassercheck durchführen lassen. So wissen Sie genau, was in Ihrem Wasser enthalten ist und Sie sind auf eventuelle Rückfragen Ihrer Gäste vorbereitet.

Gibt es ein Recht auf Trinkwasser im Restaurant?
Eine rechtliche Verpflichtung, Trinkwasser anzubieten, gibt es in Deutschland nicht. Der Gastronom entscheidet selbst über sein Angebot und den Preis. Übrigens: Das ist nicht überall so. In Frankreich ist per Dekret festgelegt, dass neben Brot und Gewürzen die Karaffe Wasser zum Essen dazu gehört.

Wer haftet, wenn ein Gast geltend macht, vom ausgeschenkten Trinkwasser krank geworden zu sein?
Wie bei allen Speisen und Getränken, die Sie Ihren Gästen anbieten, gilt auch im Falle des Trinkwassers: Kann der Gast nachweisen, dass das im Restaurant ausgeschenkte Trinkwasser Ursache für seine Erkrankung ist, kann er Schadensersatz verlangen.