Wie schmeckt eigentlich Wasser?

Wie schmeckt eigentlich Wasser?

Frankfurt am Main, Oktober 2013 – Gleiches Aussehen, gleicher Geruch, wie soll man bei Wassersorten einen Unterschied schmecken? Dass das tatsächlich möglich ist, zeigte jüngst eine Verkostung, zu der das Forum Trinkwasser eingeladen hatte. In einem Wasserwerk in Frankfurt waren sechs verschiedene Wässer – Trinkwasser und stilles Mineralwasser – in neutralen Gläsern bereitgestellt. Die fünfköpfige Jury aus Vertretern der Gastronomie, den Medien, der Wasserwirtschaft und dem Forum Trinkwasser sollte in der Blindverkostung nicht nur den jeweiligen Geschmack jedes Wassers bewerten, sondern auch einschätzen, ob es sich um Trinkwasser aus der Leitung oder Mineralwasser handelte. Das Ergebnis überraschte: Die Unterschiede sind recht deutlich – da sind sich alle Tester einig – und Testsieger ist das Trinkwasser aus dem Hessischen Ried.

Während eine Probe „ganz fürchterlich“ schmeckte, schnitt ein Wasser sehr positiv ab: Das Trinkwasser aus dem Hessischen Ried. Von dort stammen auch große Teile des Wassers, das in Frankfurter Haushalten aus der Leitung sprudelt, und den Gastgeber Hessenwasser freute dieses Ergebnis besonders. „Das Trinkwasser aus dem Ried hat einen ziemlich hohen Mineraliengehalt: Pro Liter enthält es 112 mg Calcium und 18,5 mg Magnesium. Das erklärt den guten Geschmack“, kommentiert Dr. Hubert Schreiber von der Hessenwasser, der regionalen Wasserbeschaffungsgesellschaft für die Rhein-Main-Region. Auf dem zweiten Platz landete ein Discounter-Mineralwasser (Preis: 13 Cent pro Liter), knapp dahinter das Trinkwasser aus dem Schläferskopfstollen in Wiesbaden. Fast am schlechtesten bewertet wurde das teuerste Wasser im Test: ein Mineralwasserimport aus Norwegen für sage und schreibe 5,20 bis 8,90 Euro pro Liter. Mit der Frage, bei welchem Wasser es sich um Trink- beziehungsweise Mineralwasser handelte, taten sich alle Tester schwer, fast alle lagen daneben.

„Die eindeutige, gute Platzierung des Trinkwassers aus der Leitung bestätigt uns in unserer Arbeit für dieses wertvolle Lebensmittel“, so Dr. Helmut Eiteneyer vom Fo-rum Trinkwasser. Der Test zeige ein weiteres Mal, dass nichts dagegen spricht Trinkwasser aus der Leitung als Durstlöscher zu nutzen. „Mal abgesehen vom Preis – mit durchschnittlich 0,2 Cent pro Liter unschlagbar preiswert – ist Trinkwasser ein regionales und damit umweltschonendes Getränk, und wie wir heute erlebt haben, schmeckt es auch noch hervorragend.“ Das Forum Trinkwasser setzt sich seit über zehn Jahren dafür ein, in der Bevölkerung das Bewusstsein für Trinkwasser als ein wertvolles Lebensmittel zu stärken, dem man vertrauen kann. Denn Trinkwasser in Deutschland ist qualitativ hochwertig, sicher und jederzeit und nahezu überall verfügbar. 

Das Forum Trinkwasser schlägt vor: Machen Sie mit Ihrer Familie zuhause auch den Test. Trinkwasser in einem Glas, stilles Mineralwasser in einem anderen. Können Sie einen Unterschied herausschmecken?

Die Ergebnisse im Überblick: 

1. Platz: Trinkwasser aus dem Hessischen Ried (Quelle: Grundwasser)  

Preis: ca. 0,2 Cent/Liter 

Wasserhärte: hart (Ca: 112 mg/l, Mg: 18,5mg/l)

2. Platz: Mineralwasser Saskia (Lidl) (Quelle: Saarland, Kirkel)

Preis: 0,13 Euro/Liter

Wasserhärte: weich (Ca: 3,2 mg/l, Mg: 0,8 mg/l)

3. Platz: Trinkwasser aus dem Schläferskopfstollen, Wiesbaden (Quelle: Stollenwasser)

Preis: ca. 0,2 Cent/Liter

Wasserhärte: weich (Ca: 6,9 mg/l, Mg: 3,2 mg/l)

4. Platz: Trinkwasser aus Goldstein bei Frankfurt (Quelle: Grundwasser)

Preis: ca. 0,2 Cent/Liter

Wasserhärte: mittel (Ca: 52,6 mg/l, Mg: 10,6 mg/l)

5. Platz: Mineralwasser VOSS (Quelle: Süd-Norwegen)   

Preis: 5,20 – 8,90 Euro/Liter

Wasserhärte: weich (Ca: 3,46 mg/l, Mg: 0,78 mg/l) 

6. Platz: Mineralwasser Contrex (Quelle: französische Vogesen, Contrexéville)  

Preis: 0,49 – 0,54 Euro/Liter

Wasserhärte: hart (Ca: 468 mg/l, Mg: 74,5 mg/l)