Der Deutschen Wasser...

Der Deutschen Wasser...

Frankfurt am Main, 30. August 2013 – Die einen sprechen von „Leitungswasser“, die anderen nennen es „Kraneberger“, „Hahnenwasser“ oder schlicht „Trinkwasser“. Bei unseren Nachbarn in Österreich ist Trinkwasser das wichtigste Getränk, noch vor Mineralwasser, und auch in der Schweiz ist man stolz auf das Wasser aus dem Hahn. In den letzten Jahren hat es ebenfalls bei uns an Beliebtheit gewonnen, denn es gibt viele gute Gründe, das kühle Nass direkt aus der Leitung zu trinken: Man kann auf die gute Qualität vertrauen, es ist nahezu überall verfügbar, kalorienfrei und mit durchschnittlich 0,2 Cent pro Liter unschlagbar günstig. Noch dazu ist es ein nachhaltiges Lebensmittel, denn es braucht zum Beispiel keine Flaschen, keine Kisten und keinen LKW-Transport. 

Während das Image von Trinkwasser lange darunter litt, von manchen als "Arme-Leute-Getränk" betrachtet zu werden und daher für die Bewirtung von Gästen selten in Frage kam, löschen heute immer mehr Deutsche ihren Durst mit Trinkwasser aus der Leitung: 64 Prozent der Deutschen trinken es täglich, und der Handel bietet mittlerweile eine beträchtliche Auswahl an Karaffen – zum Beispiel in edler Ausführung für die Gästebewirtung. Trotzdem, in der Gastronomie erfährt das deutsche Trinkwasser häufig noch keine besondere Wertschätzung. Woran liegt das, und ist das in anderen Ländern anders? Das Forum Trinkwasser ist diesen Fragen nachgegangen. 

Trinkwasser im Restaurant – auch in Deutschland erwünscht
In den USA, in Italien, Frankreich, Österreich und der Schweiz: Eine Karaffe frisches Trinkwasser, teilweise zusammen mit dem Korb Brot auf dem Tisch, ist in diesen Ländern im Restaurant oft schon vor der Bestellung der Speisen eine Selbstverständlichkeit. Bei unseren Nachbarn in Österreich wird zu jedem Kaffee ein Glas Trinkwasser serviert. Einige Restaurants bieten dort ihren Gästen stolz ihr Trinkwasser an und bewerben dessen gute Qualität als lokale Spezialität. In Deutschland dagegen erntet der Gast nicht selten verdutzte Blicke, verlangt er nach Trinkwasser aus der Leitung. Der Gastronom verkauft lieber Wasser aus der Flasche, denn hier ist der Umsatz sicher. Dabei wünscht sich die Mehrheit der Deutschen das Angebot von Trinkwasser im Restaurant: 76 Prozent fänden diesen Service einer Umfrage des Forum Trinkwasser zufolge sehr gut und sympathisch.  Für fast die Hälfte der Befragten (46 Prozent) wäre ein kostenfreier Trinkwasserservice sogar sicher beziehungsweise vielleicht ein Grund, das Restaurant öfter zu besuchen. 

Und wie viel darf es kosten? Momentan ist das unterschiedlich und wird von jedem Wirt individuell gehandhabt – oft erhalten Gäste, die viel konsumieren und entsprechenden Umsatz bringen, ihr Trinkwasser kostenlos, andere hingegen zahlen dafür. „Wir meinen, das Angebot von Trinkwasser sollte nicht zulasten des Wirts gehen. Zum einen ist das Wasser aus der Leitung nicht kostenfrei, zum anderen stellen die Anschaffung zusätzlicher Karaffen, deren Reinigung und der Serviceaufwand Kostenfaktoren dar“, meint Dr. Helmut Eiteneyer vom Forum Trinkwasser.

Cool und stylish – ein neues Image für Trinkwasser
Trinkwasser als neues Szenegetränk in Deutschland? Das ist durchaus denkbar. Trinkwasser „cooler“ machen, dafür setzt sich die Organisation atip:tap ein. Sie verleiht unter dem Motto „Wir lieben Leitungswasser“ Lokalen und Kneipen in Berlin, die Trinkwasser ausschenken, ein Zertifikat. Dazu gibt es einen Aufkleber für das Fenster, der Trinkwasser-Fans schon von außen auf den Service aufmerksam macht. Ebenso das „soulwater project“: Restaurants verkaufen Leitungswasser in trendigen „soulbottles“, eigens für das Projekt designten Glasflaschen, und der Umsatz wird gespendet. Gespendet wird auch in München und zwar an den Verein „Münchner Tafeln“. Wer in teilnehmenden Restaurants Leitungswasser bestellt, zahlt den Preis für Mineralwasser und dieser Betrag wird komplett gespendet.

Trinkwasser in der Öffentlichkeit – gefragter Durstlöscher
Auch Städte und Kommunen animieren dazu, mehr Trinkwasser zu konsumieren. Das zeigen immer mehr kostenfreie Trinkwasserzapfstellen auf öffentlichen Plätzen und in Parks. Mit einer Trinkwasser-App des Bundesverbandes für Energie- und Wasserwirtschaft e.V. (BDEW) findet jeder Nutzer auf Knopfdruck den nächstliegenden Trinkwasserbrunnen. Da sich gerade Trinkwasser sehr gut als Durstlöscher über den ganzen Tag hinweg eignet, setzt sich ebenfalls atip:tap für den Bau öffentlicher Trinkwasserbrunnen in deutschen Städten ein. Auch in Schulen findet man vermehrt Trinkwassersysteme, an denen die Schüler sich zwischen den Unterrichtsstunden kostenlos mit frischem Trinkwasser versorgen können. 

Fazit 
Dass Trinkwasser qualitativ hochwertig ist und bedenkenlos getrunken werden kann, scheint den meisten Deutschen bewusst zu sein. Ein „Vorzeige“-Getränk ist es noch nicht, doch zahlreiche Initiativen und Projekte ebnen den Weg dorthin.