Wissenswertes über Trinkwasser

Wissenswertes über Trinkwasser

Frankfurt am Main, April 2013 – Für viele Menschen in Deutschland ist einwandfreies Trinkwasser selbstverständlich. Wirft man einen Blick über die Grenzen, erkennt man aber schnell, nur sehr wenige Länder mit der Qualität des deutschen Trinkwassers mithalten können. Trinkwasser ist hierzulande das am besten kontrollierte Lebensmittel überhaupt, dessen Qualität durch strenge gesetzliche Regelungen sichergestellt ist.

Gewinnung
Trinkwasser wird in Deutschland zu 64 Prozent aus Grundwasser, zu 27 Prozent aus Oberflächenwasser und zu neun Prozent aus Quellen gewonnen. Als Grundwasser wird Wasser aus einer Tiefe von bis zu 200 Metern bezeichnet. Häufig stammt es sogar aus tieferen Schichten. Oberflächenwasser stammt aus fließenden Gewässern, Talsperren und Seen. Von selbst zutage tretendes Grundwasser nennt man Quellwasser. Das dem Wasserkreislauf entnommene Wasser wird als Rohwasser bezeichnet.

Aufbereitung
Ziel der Wasserversorgung ist es, ein möglichst natürliches Trinkwasser ohne umfangreiche Aufbereitung und weite Transportwege zu liefern. Rund 50 Prozent des in Deutschland geförderten Rohwassers ist so hochwertig, dass keine weitere Aufbereitung im Wasserwerk notwendig ist. Ist eine Behandlung des Wassers erforderlich, werden meist naturnahe Verfahren – etwa Sandfilter – eingesetzt. Ein Zusatz von Chlor findet nur selten und wenn, dann in sehr geringen Mengen, statt. Die Aufbereitung von Trinkwasser ist in Deutschland gesetzlich geregelt. Die wichtigste Rechtsnorm ist die deutsche Trinkwasserverordnung (TVO).

Sicherheit
In der deutschen Trinkwasserverordnung (TVO) sind Standards und Kontrollen definiert und festgeschrieben. Für zahlreiche Inhaltsstoffe gibt es Grenzwerte und Bestimmungen. Laut TVO muss Wasser für den menschlichen Gebrauch frei von Krankheitserregern, genusstauglich und rein sein. Für die gesundheitliche Unbedenklichkeit und Reinheit von Trinkwasser sind die Wasserversorgungsunternehmen verantwortlich. Zudem wird Trinkwasser regelmäßig durch die Gesundheitsämter auf seine Qualität hin überwacht. Das Bundesministerium der Justiz (BMJ) bietet eine übersichtliche Darstellung der Trinkwasserverordnung auf seinen Internetseiten www.gesetze-im-internet.de an.

Versorgung
Etwa 6.600 Wasserversorgungsunternehmen in Deutschland gewährleisten die hohe Qualität des Trinkwassers bis zum Wasserzähler/Wasseruhr. Für die Qualität bis zum Wasserhahn ist der Hauseigentümer verantwortlich. So ist dieser verpflichtet, bei noch vorhandenen Bleileitungen neue Wasserleitungen zu verlegen. Entwarnung kann für Häuser gegeben werden, die nach 1973 gebaut wurden, da seitdem kein Blei mehr für Wasserleitungen verwendet wird. Aber auch vor 1973 wurden häufig andere Materialien für Wasserleitungen eingesetzt. Im süddeutschen Raum wird seit 150 Jahren kein Blei mehr verwendet.

Rund 99 Prozent der Bundesbürger erhalten ihr Trinkwasser aus dem öffentlichen Versorgungsnetz – nur etwa ein Prozent auf anderem Weg wie zum Beispiel aus Hausbrunnen. Verbraucher in Deutschland erhalten ihr Trinkwasser in der Regel aus den Wasservorräten der Region. Wer Trinkwasser trinkt, entscheidet sich also für ein regionales Produkt.

Qualität
Der Trinkwasserbericht des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) und des Umweltbundesamtes (UBA) von 2012 bescheinigt Trinkwasser in Deutschland eine sehr gute Qualität. 99 Prozent aller Trinkwasserproben aus dem Berichtszeitraum 2008 bis 2010 erfüllten die strengen gesetzlichen mikrobiologischen und chemischen Qualitätsanforderungen der Trinkwasserverordnung.

Umwelt
Trinkwasser in Deutschland ist ein nachhaltiges Lebensmittel. Denn hierzulande sind die Wasserressourcen ausreichend: Von ihnen werden nicht einmal 20 Prozent genutzt, von der öffentlichen Wasserversorgung sogar nicht einmal drei Prozent. Die Wasserbehörden stellen sicher, dass nie mehr Wasser dem Kreislauf entnommen wird, als sich auf natürliche Weise nachbildet. Die Vorräte sind zudem so verteilt, dass nahezu jeder sein Trinkwasser aus seiner Region erhält – ohne lange Wege. Durch das Trinken von Trinkwasser werden außerdem Verpackung und LKW-Transport gespart. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt Trinkwasser als echtes regionales Produkt, um seinen Flüssigkeitsbedarf zu decken. Der Schweizerische Verein des Gas- und Wasserfaches (SVGW) hat in einer Ökobilanz die Umweltbelastungen von Trink- und Mineralwasser untersuchen lassen. Trinkwasser verursacht demnach deutlich weniger Umweltbelastungen als ungekühltes Mineralwasser.

Wasserhärte
Trinkwasser enthält je nach Herkunft unterschiedliche Mengen an Calcium und Magnesium – den so genannten Härtebildnern. Je mehr Calcium- und Magnesiumverbindungen im Wasser gelöst sind, desto härter ist das Wasser.
Die Einteilung in drei Härtebereiche ist EU-weit einheitlich geregelt:

  • weich (weniger als 1,5 Millimol* Erdalkalien je Liter)
  • mittel (1,5 bis 2,5 Millimol* je Liter)
  • hart (mehr als 2,5 Millimol* je Liter)

* Ein Mol ist die internationale Maßeinheit für die Angabe einer Stoffmenge (Teilchenmenge). Millimol ist ein Tausendstel dieser Menge.

Die Wasserhärte ist bei Trinkwasser, das aus Grund- bzw. Quellwasser gewonnen wird, stark von der Zusammensetzung des jeweiligen Bodens abhängig. In Gebieten, wo das Grundwasser beispielsweise mit Kalkstein in Kontakt tritt, ist die Wasserhärte hoch. Dies ist häufig in südlichen Bundesländern der Fall. Oberflächenwasser hingegen ist eher weich.

Wird das Trinkwasser kalt getrunken, so schneiden bei professionellen Verkostungen in Blindtests "härtere" Wässer oft besser ab als "weiche". Bei heißen Getränken ist es umgekehrt: Kaffee und Tee entfalten ihr volles Aroma besser, wenn sie mit weichem Wasser zubereitet werden. Bei Tee verhindert dies zusätzlich die Bildung unschöner Schlieren. Wer hartes Wasser hat, kann einen Wasserfilter nutzen, um den Härtegrad zu verringern.

Informationen zur Zusammensetzung
Auskunft über die Zusammensetzung des regionalen Trinkwassers gibt das zuständige Wasserversorgungsunternehmen. Die Adresse befindet sich auf der Wasserabrechnung. Manche Wasserversorgungsunternehmen veröffentlichen die Inhaltsstoffe des Trinkwassers auch direkt auf ihrer Website.

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